Ernährungsgewohnheiten

Gestern erzählte mir ein äußerst freundlicher Herr, der vor dreißig Jahren längere Zeit eine gehobene Position in Japan bekleidet hat, von einem dort ansässigen Deutschen, der ganz hingerissen gewesen sei vom Geist des Zen und auch verschiedene Zen-Disziplinen praktiziert habe. Um den Japanern zu zeigen, wie tief er bereits in den Abgrund zwischen äußerster Konzentration und völligem Loslassen vorgestoßen sei, habe er bei jeder Gelegenheit demonstriert, dass er ohne Schwierigkeiten Würstchen mit bloßen Fingern aus siedendem Wasser fischen könne. Die anwesenden Japaner hätten darüber allerdings gelacht und gestaunt, wie verrückt diese Deutschen nach ihren Würstchen sein müssten, dass sie sich dafür sogar, ohne mit der Wimper zu zucken, die Finger verbrühten. „Inzwischen ist ja der Döner das liebste Schnellgericht der Deutschen“, sagte ich, beziehungsweise hätte ich gesagt, wäre es mir nicht erst jetzt eingefallen. Sowieso spielt der Zeitpunkt für die Geschichte keine Rolle.

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