Stambul/Bagdad

Karl May traute seinen Augen nicht, als er während seiner ersten Recherchereise zu den Osmanen, von der er sich frische Inspiration für den abschließenden Band seines Orient-Zyklus versprochen hatte, nahe der Dergah der Mevlevi-Derwische in Stambul waschechte Indianer beim Musizieren traf. Bislang war er der festen Überzeugung gewesen, dass es sich bei den ebenso tapferen wie edelmütigen Kriegern des Wilden Westens um eine genuine Vision seines unendlich schöpferischen Geistes gehandelt hatte. Er entschied sich daraufhin, den Zyklus unvollendet zu lassen, und sogleich mit der Niederschrift von „Winnetou I“ zu beginnen, ehe es am Ende noch hieß, eher hätte sich für seine Darstellung der Indianer schamlos realer Verhältnisse bedient, die ohnehin längst jedermann bekannt seien.


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Kommentare: 1
  • #1

    Rainer Bendt (Freitag, 03 Juli 2015 13:47)

    "Immer fällt mir, wenn ich an den Indianer denke, der Türke ein. Das hat, so sonderbar es scheinen mag, doch seine Berechtigung." (Karl May, Winnetou I, erster und zweiter Satz)
    Ganz entschieden hat das was, lieber Christoph.