Fallstricke.

Früher galten Gefühle als Privileg beziehungsweise Problem des Menschen. Im Hinblick auf die Tiere hat sich die Einschätzung, ob sie etwas wie ein Gefühlsleben kennen, inzwischen teilweise gewandelt, doch nach wie vor herrscht Einigkeit darüber, dass Sachen gefühllos sind. Wie steht es aber, wenn eine Sache offenkundig in der Lage ist, ein Gefühl zum Ausdruck zu bringen? Kann man etwas zum Ausdruck bringen, was man nicht hat? Grenzenlose Verlorenheit und Stolz, zum Beispiel. Und wie soll ein Mensch darauf reagieren, wenn er eine Sache in einem derartigen Gefühlszustand antrifft? – Er kann ihr aufmunternd über die Rückseite streicheln und dazu etwas Freundliches sagen. Wahrscheinlich wüsste die Sache allerdings nicht, wie sie damit umgehen soll, sie ist Einfühlungsvermögen seitens der Menschen nicht gewöhnt. Andere Menschen würde eine solche Geste ohnehin eher befremdlich finden. Insofern ist es vielleicht doch das Beste, man schaut einfach weg.


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