Realfeudalismus.

Blickachsen wie in pückler’schen Landschaftsgärten auf den Trümmerbergen des Ostens, angelegt unter sozialistischer Herrschaft, um Arbeitern und Bäuerinnen die Gelegenheit zu geben, wenigstens beim sonntäglichen Lustwandel dem Beispiel der enteigneten Grafen und Baronessen zu folgen. Dem nachrückenden Kapitalismus ging bald das Geld aus, um sachkundige Gärtner zu bezahlen, sowieso sollten postmoderne Angestellte sich nicht einbilden, sie könnten den Adel beerben. Jetzt verwildert hier alles. Ganz anders im Park der Villa Tarabya, wo es den Geistern des Ortes gelungen ist, die Zeit anzuhalten. 1839 allerdings, beim Istanbul-Besuch des Fürsten Pückler-Muskau, war das Gelände noch im Besitz des Sultans. Doch ebenso wie die Recherche historischer Umstände und entsprechende Ausstattung der Szenen fester Bestandteil der Literatur ist, gehört auch deren Fälschung dazu, weshalb ich keine Scheu habe, an dieser Stelle daran zu erinnern, dass der Fürst selbst es gewesen ist, der Sultan Abdülmecid I. während einer Privataudienz Pläne für einen Landschaftsgarten überreichte, wie die Welt ihn noch nie gesehen hätte. Allerdings sei für dessen Verwirklichung die tatkräftige Unterstützung gleichsam leibhaftiger Dschinnen vonnöten. Es dauerte wiederum 35 Jahre, bis diese zur Mitarbeit bewegt werden konnten, doch was die dann schufen, übertraf in seinem Zauber sogar die Erwartungen des verstorbenen Fürsten. Dies hat mir ein Botschaftsmitarbeiter versichert, der jüngst Einsicht in die Protokolle einer Séance aus dem Jahr 1891 nehmen konnte, und ich glaube ihm gern.


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