Ein Pferd.

Ich weiß nicht, ob Helmut von Moltke, der Schweiger, als er 1836 auf Wunsch Sultan Mahmuts II. Militärberater des Osmanischen Reichs wurde, Brandenburger Landpferde mit nach Konstantinopel genommen hat oder ob man ihn im Vorfeld überzeugen konnte, vor Ort auf einen eigens für ihr ausgewählten Geschenkhengst des Sultans umzusatteln. Fest steht, dass trotz Moltkes tatkräftiger Unterstützung der Feldzug der Osmanen gegen die ägyptischen Truppen unter Ibrahim Pascha, dem Sohn Muhammed Alis, 1839 in der Niederlage von Nizip endete. Moltke erhielt dennoch ein schönes Denkmal in Form eines Obelisken auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Tarabya, und die militärische Allianz zwischen beiden Reichen bestand bis zum Ende des 1. Weltkriegs fort. Ich persönlich bin froh kein Generalfeldmarschall geworden zu sein, auch wenn ich zugebe, dass ich für einen Araberhengst aus dem Gestüt des Sultans viel gegeben und gleich morgen Reitstunden genommen hätte, um zumindest einmal auf dem Rücken eines Pferdes von den Hügeln oberhalb des Bosporus hinunter an die Schwarzmeerküste zu galoppieren.


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