Pakistanische Kühe.

 

Unmittelbar neben den Gebäuden der University of Culture and Arts in Lahore, befindet sich ein Kuhstall. Jedes Mal, wenn ich vom Parkplatz zum Eingang gehe, weht mir an einer bestimmten Stelle der Geruch von Kühen in die Nase. Im selben Moment tauchen leicht verwackelte Bilder aus dem Dorf Hönnepel vor meinem inneren Auge auf. Der Geruch von Kühen war mir schon vertraut, lange bevor ich das Wort für sie kannte. Sie weideten unmittelbar neben unserem Haus, oft habe ich halbe Tage im Kuhstall meines Onkels oder des Nachbarbauern verbracht. Jetzt, hier, identifiziert mein Bewußtsein den Geruch nicht sofort als Ursache des Empfindungssprungs, so dass ein sonderbarer Moment vollständiger Irritation entsteht: Ich bin an einer pakistanischen Universität und fühle mich, als wäre ich zurück am Niederrhein meiner Kindheit. Dort bin ich später fortgegangen, weil ich die große weite Welt sehen wollte. - Bevor ich all das ordentlich auseinander dividiert und in korrekte Begründungszusammenhänge gestellt habe, sind sämtliche Widersprüche für Sekundenbruchteile aufgehoben. 

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